INFOABEND 28. Juni

Erblindung durch Zika Virus?

Über den Zusammenhang von Mikrocephalie und Fehlentwicklungen des Auges.

Auf dem Anfang Februar stattgefundenen Weltkongress der Augenheilkunde (WOC) in Guadalajara, Mexiko wurde erstmals eine Studie präsentiert, die über mögliche Augenschäden bei Mikrocephalie Kindern, von Müttern mit vorangegangener Zika Virus Infektion berichtete.

Laut WHO gibt es zwar „keinen Grund zur Panik“ – trotzdem sind weltweit bereits hunderttausende Menschen mit dem Zika Virus infiziert. Das vor allem in Lateinamerika registrierte Virus kann besonders für schwangere Frauen gefährlich werden, da es sich auf das Kind übertragen und zu Schädelmissbildungen (Mikrocephalie) mit neurologischen Krankheitsbildern führen kann.

Laut der Studie zeigte über ein Drittel (34,5%) der betroffenen Kinder Abnormitäten am Auge. Hauptsächlich wurden Netzhautschäden und Veränderungen am Sehnerv festgestellt, welche in einer dauerhaft reduzierten Sehleistung, im schlimmsten Fall in einer Erblindung resultieren können.

Bedenklich ist, dass ein Teil der Mütter (6 von 29) in dieser Studie keinerlei Symptome während der Schwangerschaft bemerkt hatte – die Dunkelziffer von asymptomatischen Infektionen geht aber Schätzungen zu Folge auf bis zu 80% der Infizierten. Dies könnte eine rasche Ausbreitung des Zika Virus zur Folge haben.

Die WHO sieht derzeit für Europa noch keine größeren Risiken, warnt jedoch vor einer Ausbreitung. Es wird auf alle Fälle empfohlen, sich bei Reisen in die betroffenen Länder und einer voraussichtlichen Schwangerschaft ausreichend zu informieren. Aus augenärztlicher Sicht werden in den betroffenen Gebieten Süd- und Mittel-Amerikas, sowie der Karibik, strenge und kurzfristige augenärztliche Kontrollen bei Risiko-Kindern bzw. Mikrocephalie Kindern empfohlen.