INFOABEND 28. Juni

Wintersonne, Nässe, Schnee

Gerade beim Autofahren kann es Probleme durch starke Blendung und unerwarteten Lichtverhältnissen geben. Warum das so ist und was im Auge vor geht lesen Sie hier.

Alle Autofahrer kennen das Phänomen wahrscheinlich sehr gut. Gerade in den Morgen-, Nachmittags und Abendstunden kann die Sonne in Herbst und Winter zu einer Belastung werden, weil sie durch ihren tiefen Stand uns direkter betrifft – oft hilft nicht einmal die Sonnenblende des Autos. Aber was geht eigentlich im Auge vor, dass wir dadurch so irritiert sind?

Wie wir bereits in unserem Artikel über die Iris erwähnt haben, passt sich das Auge den gegeben Lichtverhältnissen durch die sogenannte Adaption an. Darunter versteht man die Anpassung an die im Gesichtsfeld vorherrschende Leuchtdichte oder Helligkeit. Bei Veränderungen passt das Auge den Einfall des Lichts durch Bewegung der Irismuskulatur an: die Pupille erweitert sich bei geringem Lichteinfall und verengt sich bei hohem Lichteinfall. Weiters wird die Anpassung der Umgebungshelligkeit von der Lichtempfindlichkeit der Retina (Netzhaut) beeinflusst. Dies passiert vor allem in „Extremfällen“ wie beim Beobachten von Spuren im Schnee, oder schwach leuchtenden Sternen am Nachthimmel.

Beim Autofahren mit tief stehender Sonne haben wir es mit einer sehr hohen Leuchtdichte in Abwechslung mit Schatten zu tun und unsere Augen versuchen in einer ständigen Anpassung an die Lichtverhältnisse mitzuhalten. Dieser sich ständig wechselnde Prozess ist sehr belastend und kann zu einer schnellen Ermüdung führen.

Überblendung

Haben wir es beispielsweise durch Nässe oder Schnee mit einer permanenten Einstrahlung zu tun, ist die Überblendung ein Problem, da sie im Zuge der Adaption durch das Auge zu sogenannten Nachbildern führt. Diese Nachbilder entstehen durch einen natürlichen Reflex, einer Kontrastverstärkung auf der Netzhaut. Typisch sind die schwarzen Flecken, die anstelle der Lichtquelle dann noch einige Sekunden lang im Auge sichtbar sind. Weiters leidet bei Blendung die Sehschärfe, da die Netzhaut die Überreizung durch das starke Licht nicht mehr verarbeiten kann und man dadurch auch in den dunklen Bereichen fast nichts mehr sieht.
Kommen dann noch durch Nässe diverse Reflexionseffekte hinzu, ist die visuelle Wahrnehmung und somit auch Ihre Sicherheit in sehr hohem Maße beeinträchtigt. ÖAMTC: „Wer bei Tempo 100 nur für eine Sekunde geblendet wird, ist für 30 Meter im Blindflug unterwegs.“

Wir empfehlen daher gegen die Sonneneinstrahlung unbedingt auch in Herbst und Winter jederzeit eine Sonnenbrille im Auto griffbereit zu haben. UV-Schutz und integrierte Polarisationsfilter entfalten gerade bei den oben beschriebenen Lichtverhältnissen ihre Wirkung.
Und machen Sie ihr Auto winterfit – saubere Windschutzscheiben helfen Lichtbrechungs-Effekte zu minimieren. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Empfehlungen der Autofahrer-Clubs – siehe externe Links.

Wir wünschen bei jedem Wetter gute Fahrt & schöne Eindrücke!